Gebäude · Stiftungsgebäude

Kneza Mihaila 33

und Đure Jakšića 1 — erbaut 1889

Kneza Mihaila 33 i Đure Jakšića 1

Das Gebäude wurde 1889 vom Kaufmann Nikola Spasić nach dem Entwurf des Architekten Kosta A. Jovanović als Wohn- und Geschäftshaus mit zwei Stockwerken errichtet. Seine Bedeutung und seinen Wert unterstreicht hinreichend die Tatsache, dass es 1961 als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt und 1979 zum Kulturgut von großer Bedeutung für die Republik Serbien erklärt wurde (Amtsblatt der SRS 14/79).

Die Bestimmung des Gebäudes — Geschäfte im Erdgeschoss und Wohnungen in den Obergeschossen — entspricht der anderer zeitgenössischer Bauten in der Kneza-Mihailova-Straße. Während das Erdgeschoss jedoch für mehrere Läden genutzt wird, bildet jedes der beiden Obergeschosse eine große Wohnung mit komplexem Grundriss und Ausdruck des Repräsentationswillens des Bürgertums. Diese Wohnungen zählen zu den größten und am weitesten entwickelten Belgrads jener Zeit.

Das Gebäude besitzt Keller, Erdgeschoss, zwei Stockwerke und ein hohes Dachgeschoss. Die Geschossgrundrisse haben die Form eines U mit zwei Längstrakten im Hauptteil zur Kneza Mihailova hin und zwei Seitenflügeln, die dazwischen einen rechteckigen Hof bilden; sie entwickeln sich durch Aneinanderreihung der Räume entlang langer Flure oder Balkone zur Innenseite. Die Seitenflügel sind um vertikale Erschließungskerne organisiert und bilden zusammen mit den Nebenräumen eine eigene Funktionsgruppe. Das Gebäude ist massiv in Ziegel und Kalkmörtel errichtet. Neben den Vollwänden aus dem Standardmaterial des 19. Jahrhunderts wurden in der Konstruktion Eisenunterzüge verwendet, und die Geschossdecken sind als preußische Kappen aus Ziegeln auf diesen Unterzügen ausgebildet. Die Fundamentwände sind einen Meter dick, die tragenden Wände bewegen sich zwischen 30 und 80 cm. Die Treppen sind zwei- und dreiläufig aus Stein mit Geländern aus Gusseisen. Die Dachkonstruktion ist aus Holz, ein komplexes System von Hängewerken, verbunden mit den Unterkonstruktionen der Kuppel. Die für die Innenarbeiten verwendeten Materialien wurden überwiegend importiert: Böden aus Parkettstäben oder Klinkerfliesen aus Fayence für die Wandverkleidung, die Dekorationen in Gipsstuck.

Komposition und Gestaltung der Fassaden stellen die gelungenste neorenaissance Lösung der akademischen Schule in Belgrad dar. Die Hauptfassade mit mittlerem und zwei seitlichen Risaliten ist in symmetrischer Gliederung konsequent ausgewogen, mit dem dominierenden Motiv der zentralen Kuppel über dem mittleren Risalit. Die Harmonie aller Fassadenelemente wird durch die regelmäßige Verteilung der Dekorationsplastik in einem festen System einer vertikal und betont horizontal klassisch komponierten Ordnung erreicht, die die Struktur des architektonischen Körpers klar abbildet.

Solidität und Präzision, mit der alle Arbeiten ausgeführt wurden, stehen im Einklang mit dem hohen Anspruch des Gesamtprojekts und heben dieses Gebäude und seinen Entwerfer als den wertvollsten Bau und den bedeutendsten Architekten des oberen Abschnitts der Kneza-Mihailova-Straße hervor.

Der heutige Zustand des Objekts — mit veränderter Nutzung der Geschosse und Erscheinung der Fassaden sowie dem Anbau eines schmalen Trakts im Hof — beeinträchtigt die Qualitäten des Gebäudes etwas, doch sind alle konstruktiven und gestalterischen Elemente aus der Zeit der Errichtung erhalten.

(„Kneza Mihailova ulica“, Ausgabe des Instituts für den Schutz von Kulturdenkmälern der Stadt Belgrad, Autoren Željko Škalamera und Architekt Zoran Jakovljević, 1964)